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Sonntag, 6. September 2009

Ein Colt für alle Fälle

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 8. Folge

Ab Februar 1984 wurden im ZDF neue Folgen dieser zwischen 1981 und 1986 produzierten US-Actionserie (OT: The Fall Guy) gezeigt. Wie immer bekam ich zunächst nichts davon mit, erst meine Schulkameraden legten mir ans Herz, diese Fernsehserie anzuschauen. Klar, dachte ich mir, ich will ja schließlich mitreden und die vielen tollen Stunts mitspielen können.

Über viele Jahre begleitete mich Colt Seavers immer Montag abends im ZDF-Vorabendprogramm. Auf unserem Ost-Berliner Pausenhof wurden, wie bereits erwähnt, die Stunts der vorherigen Folge so gut wie möglich nachgespielt, einschließlich Klopperei. Wer von der Oma oder Tante aus dem Westen auch noch einen Truck von Matchbox oder Majorette besaß, der wenigstens so ähnlich wie der von Colt aussah, war der Größte! Man könnte sagen, Colt, Howie und Judie waren schon damals Kult!

Man wird älter und man verliert allmählich das Interesse an Serien, die man sich als Kind angeschaut hat. Verfolgte ich zwar die 1990/1991er-Wiederholung auf Pro7 bei meiner Oma noch mit der gleichen Faszination, so hatte ich 1993 schon nach dem Pilotfilm genug. Als der Kabelkanal die Serie ab 1994 wiederholte, zeichnete ich mir die Serie komplett auf. Schon nach einigen Monaten ließ ich die Anzahl der Folgen wieder schrumpfen und löschte die Tapes ab der zweiten Staffel. Wer hätte da einmal ahnen können, das die bei der Löschung übrig gebliebene erste Staffel unter Fans zu einem begehrenswerten Sammelobjekt werden würde. Doch dazu später.

Die Jahre vergingen. Die Wiederholungen in Dauerschleife auf Vox verfolgte ich nur mit halben Auge. Später zeigte auch 9live eine Auswahl von Folgen aus der ersten, zweiten und fünften Staffel, bei denen ich auch mal gelegentlich reinschaute. Der schwedische Privatsender TV3, den man unverschlüsselt über den Satelliten Sirius (5° Ost) empfangen konnte, zeigte The Fall Guy 1994 oder 1995 mittwochs im Nachtprogramm im Originalton mit schwedischen Untertiteln, wovon ich mir ein oder zwei Folgen auf VHS-Videokassette sicherte.

Wie ein Paukenschlag traf 2007 die Meldung ein, dass der kleine Spartensender Das Vierte, damals noch ein deutscher NBC-Ableger, noch nie gezeigte Folgen und die erste Staffel in einer neuen Synchronisation zeigen würde, weshalb die erste Staffel in der alten Original-Synchronfassung nun zu einer von Fans gesuchten Rarität wurde. Ich entschloss mich die Serie wieder komplett aufzuzeichnen – und das hat auch soweit geklappt, doch auch die fehlenden Folgen der zweiten bis fünften Staffel unterschlug der Sender weiterhin.

Inhalt:
Es geht um Colt Seavers (Lee Majors), der sich in Hollywood als Stuntman seine Brötchen verdient. Dazu hat er die Fall Guy Stunt Association gegründet, an der er auch Neulinge unterrichtet. Um sein Budget aufzubessern, er muss schließlich noch Haus und Truck abbezahlen, arbeitet er nebenbei als Kopfgeldjäger. Sein tollpatschiger Cousin Howie Munson (Douglas Barr), der auch unbedingt Stuntman werden möchte und dafür sein Studium abbrach, und die süße Stunt-Assistentin Jody Banks (Heather Thomas) sind seine Partner. Die meisten Aufträge erhalten die drei von den Kautionshelferinnen Samantha „Big“ Jack (Jo-Ann Pflug) und Terri Michaels (Markie Post).

Synchronisation:
Hauptdarsteller Lee Majors wurde vom leider im September 2009 verstorbenen Hans-Werner Bussinger gesprochen. Bussinger lieh unter anderem auch John Forsythe, den Blake Carrington aus Der Denver-Clan, sowie John de Lancie (Q aus Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert) seine Stimme.

Synchronsprecher von Douglas Barr war das Synchron-Urgestein Thomas Danneberg, der Stammsprecher von Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, John Travolta, Terence Hill und vielen anderen.

Susanna Bonaséwicz lieh Heather Thomas ihre Stimme. Bekannt ist Bonaséwicz vor allem für ihre Sprechrolle der Hörspielfigur Bibi Blocksberg.

Wissenswertes:
Angeblich sollte Burt Reynolds die Rolle des Stuntmen Colt Seavers übernehmen. Offensichtlich war er zu beschäftigt und so ging die Rolle an Lee Majors.

Bei dem heimlichen Star der Serie, Colts Pick-Up, handelt es sich um einen GMC Sierra Grande, der zwischen 1980 und 1984 gebaut wurde.

Titelsong:
Den Titelsong The unknown Stuntmen sang Seavers-Darsteller Lee Majors selbst. Und hier der Text zum mitträllern:

Well, I'm not the kind to kiss-and-tell/ But I've been seen with Farah/ I've never been with anything less than a nine, so fine/ I've been on fire with Sally Field, gone fast with a girl named Bo/ But somehow they just don't end up as mine/ It's a death-defied life I lead, I take my chances/ I die for a living in the movies and TV/ But the hardest thing I ever do is watch my leading ladies/ Kiss some other guy while I'm bandaging my knee.

I might fall from a tall building/ I might roll a brand new car/ Cause I'm the unknown stuntman/ That made Redford such a star.

I've never spent much time in school/ But I taught ladies plenty/ It's true, I hire my body out for pay, hey hey/ I've gotten burnt over Sheryl Tiegs, blown up for Raquel Welsh/ But when I end up in the hay, it's only hay, hey hey.

I might jump an open drawbridge/ Or Tarzan from a vine/ Cause I'm the unknown stuntman/ That makes Eastwood look so fine.

Im Fernsehen:
Das ZDF zeigte mit Unterbrechungen eine Auswahl von 90 Folgen zwischen März 1983 und Dezember 1989 der aus fünf Staffeln bestehenden Actionserie. Wiederholungen erfolgten auf Pro7 (November 1990 bis Oktober 1993), auf dem Kabelkanal/ Kabel 1 (Dezember 1994 bis April 1995 sowie September 2000 bis Mai 2002), auf Vox (Mitte 1995 bis Februar 1998) sowie auf dem Spielsender 9live (April 2003 bis März 2004). Als besonderer Höhepunkt gilt die Wiederholung auf dem kleinen Spartensender Das Vierte, der die erste Staffel der Serie ab November 2007 in einer neuen Synchronisation und auch neue Folgen dieser Staffel präsentierte.

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!

Donnerstag, 13. August 2009

Hart aber herzlich

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 5. Folge

„Das ist mein Boss, Jonathan Hart, ein Selfmade-Millionär, der hat Nerven! … Das ist Mrs. Hart, eine traumhafte Frau, einfach toll! … Ach übrigens, ich heiße Max, ich kümmere mich um die beiden, aber das ist gar nicht so einfach, denn ihr Hobby ist mörderisch!“

Wow, bei diesem Einleitungstext und der nachfolgenden Titelmelodie läuft es mir heute noch, wie damals Ende 1983, kalt den Rücken runter und es stellen sich mir die Nackenhaare auf. Hart aber herzlich (OT: Hart to hart) war die erste Fernsehserie für Erwachsene, die ich mit ansehen durfte. Ich war damals 6½ Jahre, und eigentlich noch viel zu jung dafür. Aber meine Eltern bekamen das überhaupt nicht mit, denn sie sangen in einem Chor und sie hatten dienstags (oder war es mittwochs) Probe, immer dann wenn Jonathan, Jennifer und Max im Regionalprogramm des SFB ihre spektakulären Kriminalfälle lösten, die ich zusammen mit meiner Schwester schaute. Einige Jahre später sendete die Serie auch der Bayerische Rundfunk in seinem ARD-Regionalfenster Bayernstudio, wo ich einige Folgen in den Sommerferien, die ich immer bei meinen Großeltern in Karl-Marx-Stadt verbrachte, noch einmal schauen konnte.

Besonders eingebrannt haben sich bei mir die Episoden, in der Jennifer und Jonathan Hart einen verborgenen Raum in ihrem Haus entdeckten, wie sie von Doppelgängern ersetzt wurden, damit man sie töten kann oder wie man versuchte sie mittels manipulierten Pralinen zu vergiften. Inzwischen habe ich mir die erste Staffel auf DVD gekauft, die es mal für einen Zehner bei einem Elektronik-Discounter gab.

Inhalt: Das Millionärs-Pärchen Jonathan (Robert Wagner) und Jennifer Hart (Stefanie Powers) geraten immer wieder in Kriminalfälle. Bei der Spurensuche werden sie von ihrem Butler Max (Lionel Stander) und ihrem Hündchen Friedwart unterstützt.

Wissenswertes: Friedwart, der Hund der Harts, trägt eigentlich einen anderen Namen. Er lautet Freeway, benannt nach dem Autoschnellweg, wo sie ihn gefunden hatten.

Die Harts fahren Mercedes, was sonst?! Während Jonathan schon mal den beigen W123 Kombi (einen 300TD) fuhr, bevorzugte Jennifer den gelben offenen 450SL. Sie hatten aber auch einen offenen silbernen Bentley, mit denen Max die Harts chauffierte.

Der Pilotfilm zur Serie ist bisher noch nie im deutschen Fernsehen gezeigt worden. Da er demnach auch nie synchronisiert worden ist, wurde er auf DVD nur in der Originalfassung veröffentlicht. Zum besseren Verständnis wurden deutsche Untertitel hinzugefügt. Die Sequenz des Vorpanns, in der Jonathan und Jennifer auf der Straße nebeneinander her fahren, stammt daraus. Jonathan fährt dort einen roten Ferrari Dino.

Im Fernsehen: Stolze 90 Folgen der Harts konnte man ab Oktober 1983 bis Mai 1990 in den Regionalprogrammen der ARD sehen. Seit den 1990er-Jahren werden die fünf von 1979 bis 1984 entstandenen Staffeln regelmäßig auf privaten Fernsehsendern (1990–1995 und 1998 Pro7, 1996 SAT.1, 1997 Vox, 1997–2005 kabel eins, 2007–2009 Das Vierte) wiederholt. Pro7 steuerte zu Beginn der 1990er-Jahre sogar noch 20 neue Folgen bei, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen dem deutschen Zuschauer wieder einmal vorenthalten wollte.

Synchronisation: Robert Wagner wurde, wie meistens üblich, von Joachim Kerzel gesprochen. Joseline Gassen sprach Mrs. Hart. Max-Sprecher Arnold Marquis war einmal zu Gast im Regionalprogramm des SFB und wurde dort in der Werbeunterbrechung von Hart aber herzlich bezüglich seiner Sprecherrolle interviewt. Zu einem kurzen Ausschnitt machte er auch eine Sprechprobe.

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!