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Sonntag, 4. Oktober 2009

Alice im Wunderland

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 12. Folge

Sonntags wurde bei uns in der Regel Mittagsschlaf abgehalten. Ein Ritual, gegen dass ich mich altersbedingt nicht wehren konnte, auch wenn ich jetzt schon in der zweiten Klasse und Jungpionier war. Generell sollte er etwa eine Stunde dauern. Schlafen konnte ich meist nie. Aber wenn dann doch, dann musste ich unbedingt viertel vor zwei wieder wach sein, denn da begann der „Sonntags Nach-Tisch“ mit Hansi Fischer. Gestartet wurde immer mit einer Zeichentrickserie. Und an die erste an die ich mich erinnern kann ist Alice im Wunderland. Die Titelmelodie singe ich noch heute mit, wenn ich im Fernsehen eine Wiederholung erspähe oder ich bei Youtube bei ihr vorbeirutsche.

Inhalt:
Alice verschwindet immer wieder in ihrer Traumwelt, ihrem Wunderland. Zusammen mit ihrem weißen Kaninchen Benny Bunny erlebt sie dort zahlreiche Abenteuer. Sie trifft dort auf die unsichtbaren Grinsekatze, auf die böse Herz-Königin, dem sprechenden Ei Humpty Dumpty oder aber auch auf die kleine blaue Raupe. Am Ende jeder Episode erwacht sie jedoch immer wieder in der Realität.

Wissenswertes:
Die Zeichentrickserie basiert auf die Kinderbücher Alice im Wunderland (Alice’s Adventures in Wonderland, 1865) und Alice hinter den Spiegeln (Through the Looking-Glass, and What Alice Found There, 1871) von Lewis Carroll.

In Deutschland wurden alle 52 Folgen von Fushigi no kuni no Alice, so der Originaltitel der japanisch-deutschen Co-Produktion, gezeigt. Im Bastei-Verlag erschien parallel zur Fernsehausstrahlung eine 38-bändige Comic-Reihe, von der ich auch einmal ein Heft unter die Finger bekam.

Synchronisation:
Die Sprecherin von Alice passt wie die Faust auf’s Auge. Noch heute verbinde ich Madeleine Stolze, wenn ich sie irgendwo anders höre, mit Alice. Sie sprach einige Jahre später in zwei Staffeln die Lynn Tanner (gespielt von Andrea Elson) in der US-Sitcom ALF. Die Stimme der Herz-Königin hörte man ebenso bei ALF, denn Marianne Wischmann sprach dort die Raquel Ochmonek (gespielt von Liz Sheridan). Humpty Dumpty wurde einige Male vom Schauspieler Ilja Richter gesprochen.

Titelsong:
Die deutsche Version des Titelsongs wurde von Christian Bruhn geschrieben und von seiner damaligen Ehefrau Lady Lilli (Erika Bruhn) gesungen, die man auch schon von den Captain-Future- und Heidi-Titelsongs her kannte. Und wer jetzt mitsingen möchte, bitteschön, hier der Text:

Was ist da passiert?
Wie kann das geschehen?
dass es im Sommer friert?

Dass Uhren rückwärts gehen?

Dass man sich im Spiegel

plötzlich gar nicht mehr sieht, nanu?

Frag doch Alice,
Alice im Wunderland!

Alice, Alice im Wunderland!
In ihrer Welt aus Träumen und Ironie.
Das macht Alice, Alice im Wunderland!

Alice, Alice im Wunderland!

Alice, mit ihrer Phantasie!


Im Fernsehen:
Die erste Hälfte wurde erstmals von Oktober 1984 bis März 1985 im ZDF gezeigt. Bis Ende 1989 wurden dann immer mal wieder einige neue Episoden nachgeschoben. Wiederholungen erfolgten ab April 1989 im ZDF, ab Januar 1997 aber auch auf dem KI.KA, der sie meistens jährlich mindestens einmal durchlaufen lässt.

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!

Sonntag, 27. September 2009

Der fliegende Ferdinand

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 11. Folge

Bei dieser Fernsehserie weiß ich leider nicht mehr, welche Version ich zuerst sah. Ob es die DDR- oder die Bavaria-Fassung war. Was mich wundert, ist, dass sie erst 1986, so berichten diverse Websites, im DDR-Fernsehen gezeigt worden sein soll, wobei ich aber glaube, dass sie dort sogar vor der ARD-Erstsendung ausgestrahlt worden ist. Ich kann mich hierbei aber auch täuschen und meine Erinnerungen spielen mir hier einfach einen Streich.

Im Großen und Ganzen gibt es nicht viel über diese Serie zu sagen, denn es müsste sie eigentlich jeder kennen. Wenn nicht, sollte er die nächste Fernsehausstrahlung abwarten oder sich die DVD kaufen.

Inhalt:
Ferdinand Trenkel wird eines Morgens von einem Meteoriten, dem Planeten der Blumen verschluckt. Von dort bringt er zwei Blumen mit: eine um zu fliegen, mit der anderen wird Ferdinand erwachsen und sieht aus wie sein Vater.

Wissenswertes:
Im Original heißt die in dem Prager Filmstudio Barandov entstandene sechsteilige Kinderserie Letající Čestmír. Seit 1987 wird sie in elf Teilen gezeigt. Deutsche Alternativtitel sind Der Zauberstein sowie Der blaue Stein oder der fliegende Cestmir für das DDR-Fernsehen, das die Serie sogar in zwölf Teilen zeigte.

Im Fernsehen:
Alle sechs Folgen wurden ab September 1984 im Ersten gezeigt. Zwei Jahre später wurde sie unter dem Titel Der Zauberstein im Fernsehen der DDR wiederholt. Im „West“-Fernsehen folgten Wiederholungen im Ersten (1987–1991), auf dem Kulturprogramm 1 Plus und ab 1997 auch auf dem KI.KA.

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Sonntag, 20. September 2009

Fame - Der Weg zum Ruhm

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 10. Folge

Noch heute schallt mir der Soundtrack mit dem einprägenden „Fame“ im Ohr. Mit dem Kassettenrekorder oder dem Mikro des Tonbandgerätes bewaffnet standen wir vor den Lautsprechern unserer Fernsehgeräte, um den Titelsong von Irene Clara auf unsere ORWO-Kassette oder unser Magnetband aufzuzeichnen. Mehr schlecht als recht probierten unsere Mädels die Tanzschritte nach, die sie am Vorabend gesehen hatten. Aber nicht nur die Hüpferei wurde imitiert, sondern man orientierte sich auch an dem Outfit der Darsteller. So wurde zum Beispiel auch bei uns fortan Stirnband getragen.

Inhalt:
Es geht um ein paar Studenten an der High School Of Performing Arts in New York, deren Talente gefördert werden aber auch deren Problemchen gelöst werden müssen. Zu ihnen gehören der Keyboarder Bruno Martelli (Lee Curreri), die Sängerin Coco Hernandez (Erica Gimpel), der Komiker Danny Amatullo (Carlo Imperato), die Schauspieler Montgomery MacNeil (P. R. Paul) und Doris Schwartz (Valerie Landsburg), der Tänzer Leroy Johnson (Gene Anthony Ray) und die Cellistin Julie Miller (Lori Singer). Unterrichtet werden sie von der Tanzlehrerin Lydia Grant (Debbie Allen), dem Musiklehrer Benjamin Shorofsky (Albert Hague), der strengen Englischlehrerin Elizabeth Sherwood (Carol Mayo Jenkins) und dem Schauspiellehrer Gregory Crandall (Michael Thoma).

Wissenswertes:
Die eigentlich 136-teilige Fernsehserie (nur 26 Episoden aus der ersten Staffel wurden für das deutsche Publikum ausgewählt) basiert auf den gleichnamigen Kinofilm von 1980, der, unter anderem, einen Oscar für den Titelsong bekam.

Das gleichnamige Musical feierte im Coconut Grove Playhouse in Miami seine Premiere und lockte auch in Deutschland seit seiner Deutschlandpremiere im Oktober 2000 im Chemnitzer Opernhaus bereits unzählige Besucher an. Es war so dermaßen beliebt, dass das Musical eine Musicalwelle anrollte.

Im Fernsehen:
Die Vorabend-Regionalprogramme der ARD zeigten eine Handvoll Episoden dieser Serie ab August 1984. Oft wurde sie aber im Ersten und in den Dritten Programmen nicht wiederholt. Im DFF, dem ehemaligen Fernsehen der DDR wurde sie von September 1990 bis Juni 1991 während der zweistündigen Jugendsendung Elf 99 gezeigt. 1997 wiederholte sie der damalige private Frauensender tm3 und zuletzt 2002 bis 2005 der private Fernsehsender Tele 5.

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Samstag, 12. September 2009

Doctor Snuggles

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 9. Folge

Ich kann mich an eine Folge ganz besonders gut erinnern. Und zwar ist es jene, in der das Dorf, in dem Dr. Snuggles und seine Tierfreunde leben, kein Wasser mehr hat, weil der durchfließende Fluss trocken liegt. Er hat nämlich Angst ins Meer zu schwimmen. Und warum? Weil Wasserdiebe aus dem Weltraum das Wasser in Blöcken aus dem Meer stehlen. Ganz klar, dass der Fluss kein Interesse daran hat in die Falle zu tappen und von den Außerirdischen entführt zu werden.

Inhalt:
Die Hauptfigur ist Dr. Snuggles, ein kauziger Wissenschaftler, der in einem kleinen Dorf auf dem Lande lebt. Fast alle Gegenstände in dessen Umwelt leben. So beispielsweise der Scheune in der er wohnt. Auch die Tiere, wie der Dachs Dennis oder die Maus Knabber, können mit ihm sprechen. Mit seiner Haushälterin Mathilde Dosenfänger hat er sich des Öfteren in den Haaren.

Wissenswertes:
Von dieser niederländisch-britisch-deutschen Co-Produktion entstanden 1979 die üblichen 13 Folgen. Die Idee hatte dazu der Medienberater Jeffrey O’Kelly, die Drehbücher entstanden allerdings von Richard Carpenter, Paul Halas und Douglas Adams.

Titelsong:
Doctor Snuggles, Freund von allem, was lebt.
Doctor Snuggles, träumt von dem besseren Morgen.
Doctor Snuggles, die Arbeit wartet, fang an!

Doctor Snuggles, fliegt zu den Sternen mit ihm.

Doctor Snuggles, er weiß den Weg auch zum Reeegenbogen.

Doctor Snuggles, bau ’ne Maschine für uns!


Im Fernsehen:
Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte von Juni bis September 1981 im Ersten, wo sie sporadisch 1985 bis 1996 wiederholt wurde. Ab 1983 wird die Serie auch in den Dritten Programmen, sowie ab 2001 auch im KI.KA gezeigt.

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Sonntag, 6. September 2009

Ein Colt für alle Fälle

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 8. Folge

Ab Februar 1984 wurden im ZDF neue Folgen dieser zwischen 1981 und 1986 produzierten US-Actionserie (OT: The Fall Guy) gezeigt. Wie immer bekam ich zunächst nichts davon mit, erst meine Schulkameraden legten mir ans Herz, diese Fernsehserie anzuschauen. Klar, dachte ich mir, ich will ja schließlich mitreden und die vielen tollen Stunts mitspielen können.

Über viele Jahre begleitete mich Colt Seavers immer Montag abends im ZDF-Vorabendprogramm. Auf unserem Ost-Berliner Pausenhof wurden, wie bereits erwähnt, die Stunts der vorherigen Folge so gut wie möglich nachgespielt, einschließlich Klopperei. Wer von der Oma oder Tante aus dem Westen auch noch einen Truck von Matchbox oder Majorette besaß, der wenigstens so ähnlich wie der von Colt aussah, war der Größte! Man könnte sagen, Colt, Howie und Judie waren schon damals Kult!

Man wird älter und man verliert allmählich das Interesse an Serien, die man sich als Kind angeschaut hat. Verfolgte ich zwar die 1990/1991er-Wiederholung auf Pro7 bei meiner Oma noch mit der gleichen Faszination, so hatte ich 1993 schon nach dem Pilotfilm genug. Als der Kabelkanal die Serie ab 1994 wiederholte, zeichnete ich mir die Serie komplett auf. Schon nach einigen Monaten ließ ich die Anzahl der Folgen wieder schrumpfen und löschte die Tapes ab der zweiten Staffel. Wer hätte da einmal ahnen können, das die bei der Löschung übrig gebliebene erste Staffel unter Fans zu einem begehrenswerten Sammelobjekt werden würde. Doch dazu später.

Die Jahre vergingen. Die Wiederholungen in Dauerschleife auf Vox verfolgte ich nur mit halben Auge. Später zeigte auch 9live eine Auswahl von Folgen aus der ersten, zweiten und fünften Staffel, bei denen ich auch mal gelegentlich reinschaute. Der schwedische Privatsender TV3, den man unverschlüsselt über den Satelliten Sirius (5° Ost) empfangen konnte, zeigte The Fall Guy 1994 oder 1995 mittwochs im Nachtprogramm im Originalton mit schwedischen Untertiteln, wovon ich mir ein oder zwei Folgen auf VHS-Videokassette sicherte.

Wie ein Paukenschlag traf 2007 die Meldung ein, dass der kleine Spartensender Das Vierte, damals noch ein deutscher NBC-Ableger, noch nie gezeigte Folgen und die erste Staffel in einer neuen Synchronisation zeigen würde, weshalb die erste Staffel in der alten Original-Synchronfassung nun zu einer von Fans gesuchten Rarität wurde. Ich entschloss mich die Serie wieder komplett aufzuzeichnen – und das hat auch soweit geklappt, doch auch die fehlenden Folgen der zweiten bis fünften Staffel unterschlug der Sender weiterhin.

Inhalt:
Es geht um Colt Seavers (Lee Majors), der sich in Hollywood als Stuntman seine Brötchen verdient. Dazu hat er die Fall Guy Stunt Association gegründet, an der er auch Neulinge unterrichtet. Um sein Budget aufzubessern, er muss schließlich noch Haus und Truck abbezahlen, arbeitet er nebenbei als Kopfgeldjäger. Sein tollpatschiger Cousin Howie Munson (Douglas Barr), der auch unbedingt Stuntman werden möchte und dafür sein Studium abbrach, und die süße Stunt-Assistentin Jody Banks (Heather Thomas) sind seine Partner. Die meisten Aufträge erhalten die drei von den Kautionshelferinnen Samantha „Big“ Jack (Jo-Ann Pflug) und Terri Michaels (Markie Post).

Synchronisation:
Hauptdarsteller Lee Majors wurde vom leider im September 2009 verstorbenen Hans-Werner Bussinger gesprochen. Bussinger lieh unter anderem auch John Forsythe, den Blake Carrington aus Der Denver-Clan, sowie John de Lancie (Q aus Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert) seine Stimme.

Synchronsprecher von Douglas Barr war das Synchron-Urgestein Thomas Danneberg, der Stammsprecher von Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, John Travolta, Terence Hill und vielen anderen.

Susanna Bonaséwicz lieh Heather Thomas ihre Stimme. Bekannt ist Bonaséwicz vor allem für ihre Sprechrolle der Hörspielfigur Bibi Blocksberg.

Wissenswertes:
Angeblich sollte Burt Reynolds die Rolle des Stuntmen Colt Seavers übernehmen. Offensichtlich war er zu beschäftigt und so ging die Rolle an Lee Majors.

Bei dem heimlichen Star der Serie, Colts Pick-Up, handelt es sich um einen GMC Sierra Grande, der zwischen 1980 und 1984 gebaut wurde.

Titelsong:
Den Titelsong The unknown Stuntmen sang Seavers-Darsteller Lee Majors selbst. Und hier der Text zum mitträllern:

Well, I'm not the kind to kiss-and-tell/ But I've been seen with Farah/ I've never been with anything less than a nine, so fine/ I've been on fire with Sally Field, gone fast with a girl named Bo/ But somehow they just don't end up as mine/ It's a death-defied life I lead, I take my chances/ I die for a living in the movies and TV/ But the hardest thing I ever do is watch my leading ladies/ Kiss some other guy while I'm bandaging my knee.

I might fall from a tall building/ I might roll a brand new car/ Cause I'm the unknown stuntman/ That made Redford such a star.

I've never spent much time in school/ But I taught ladies plenty/ It's true, I hire my body out for pay, hey hey/ I've gotten burnt over Sheryl Tiegs, blown up for Raquel Welsh/ But when I end up in the hay, it's only hay, hey hey.

I might jump an open drawbridge/ Or Tarzan from a vine/ Cause I'm the unknown stuntman/ That makes Eastwood look so fine.

Im Fernsehen:
Das ZDF zeigte mit Unterbrechungen eine Auswahl von 90 Folgen zwischen März 1983 und Dezember 1989 der aus fünf Staffeln bestehenden Actionserie. Wiederholungen erfolgten auf Pro7 (November 1990 bis Oktober 1993), auf dem Kabelkanal/ Kabel 1 (Dezember 1994 bis April 1995 sowie September 2000 bis Mai 2002), auf Vox (Mitte 1995 bis Februar 1998) sowie auf dem Spielsender 9live (April 2003 bis März 2004). Als besonderer Höhepunkt gilt die Wiederholung auf dem kleinen Spartensender Das Vierte, der die erste Staffel der Serie ab November 2007 in einer neuen Synchronisation und auch neue Folgen dieser Staffel präsentierte.

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Samstag, 5. September 2009

Die Besucher

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 7. Folge

Keine Serie hat mich damals so gefesselt, wie diese. Wer erinnert sich nicht gern an den dropsigen Akademiker und Expeditionsleiter Philipp (Josef Bláha), an die schöne Katja (Dagmar Patrasová), an den ständig hungrigen und über alles Amaronen liebenden Karas (Josef Dvořák) sowie an den Frauenschwarm Noll (Jiří Datel Novotný)? Besonders genial fand ich damals den Lada, mit dem sie durch die Zeit reisten und der sogar die Farbe und das Autokennzeichen wechseln konnte.

Inhalt:
Alarm in der Zukunft! Der Zentraldenker (kurz „ZD“) sagt voraus, dass ein Komet die Erde treffen und zerstören wird. Die letzte Hoffnung, die Erde vor der Zerstörung zu retten, ist die Weltenverschiebungsformel Adam Bernaus, einem Genie des zwanzigsten Jahrhunderts. Man beschließt eine Expedition ins Jahr 1984 in die böhmische Kleinstadt Kamenice zu unternehmen, um Adam und die verschollene Formel, die in einem Schulheft niedergeschrieben sein soll, zu finden.

Kamenice:
Eine Kleinstadt namens Kamenice gibt es tatsächlich, sogar ein knappes Dutzend Mal in ganz Tschechien! In keinem dieser Kamenices scheint aber auch nur ein einziger Meter Film abgedreht worden zu sein. Bekannt ist, dass man das „Film-Kamenice“ aus verschiedenen, nicht nur tschechoslowakischen, Kleinstädten zusammenmixte. So entstand die Überflutungsszene, in der ein damals nagelneuer Ford Escort Mk III baden ging, bei oder in Brandýs nad Labem (dt. Brandeis an der Elbe) nahe Prag. Allerdings die meisten Außenaufnahmen, beispielsweise die auf dem Marktplatz, in Pelhřimov (dt. Pilgrams) in Südböhmen. Bei Pelhřimov liegt übrigens eines dieser vielen Kamenice – Kamenice nad Lipou (dt. Kamnitz an der Linde). Die meisten Innenszenen wurden in den berühmten Filmstudios Barrandov in Prag gedreht.

Übrigens, die sächsische Stadt Chemnitz wird auf tschechisch Saská Kamenice genannt. Der Ortsname hat nämlich die selbe Bedeutung, übersetzt heißt er Steinbach oder einfach nur steiniger Bach.

Wissenswertes:
Nicht nur in tschechischen Kleinstädten wurde gedreht, nein, auch in der DDR. Das Expeditionsteam steht in der 15. Folge auf den Klippen der Kreidefelsen auf der Insel Rügen, nahe Göhren, einem Dorf auf der Halbinsel Mönchgut.

Das „Geburtshaus Adam Bernaus“ stand in Brno (dt. Brünn). Heute führt darüber eine Autobahn. Da zum Zeitpunkt des Drehs schon bekannt war, dass die Autobahn über dieses Haus gebaut wird, konnte man es natürlich gewissenlos abbrennen.

Das Expeditionsteam fährt einen 1980er Lada Niva VI. Die Bernaus sind mit einem Skoda S100 (Bj. 1969–1977) unterwegs.

Im Fernsehen:
Die erste Folge wurde in der ARD am Neujahrstag des Jahres Eintausendneunhundertvierundachtzig gezeigt. Bis April ’84 war man mit den 16 Episoden von Návštěvníci durch. Das DDR-Fernsehen zeigte sie erst drei Jahre später unter dem treffenderen Titel Expedition Adam ’84 – und ich glaube, auch in einer anderen Synchronfassung, die von der DEFA erstellt wurde. Ab und zu wird die Serie in der bundesdeutschen Synchronisation auf den Dritten Programmen und auf dem KI.KA wiederholt. Sie ist ebenso komplett auf DVD erschienen.

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!

Sonntag, 16. August 2009

Tao Tao

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 6. Folge

Ich bin mir sicher, dass ich auch schon vor Tao Tao Zeichentrickserien gesehen haben muss, aber mir fällt partout keine ein. Sicherlich beschränkte sich die Auswahl dann doch nur auf die kurzen Filmchen aus dem Ostblock in Alles Trick.

Tao Tao jedenfalls kam immer Samstag nachmittags im ZDF und es stand außer Frage, da auch nur eine einzige Folge zu verpassen – was meistens auch immer klappte. Schließlich wollte man doch auf dem Pausenhof der Schule mitreden können.

Inhalt: Tao Tao ist ein kleines Panda-Junge, das mit seiner Mutter irgendwo im fernen China lebt. Zusammen mit seinen Freunden, dem Affen Kiki, dem Hasen Puu und dem Eichhörchen Puru, drängt er sie dazu ihm Tiermärchen aus aller Welt zu erzählen. Jede Folge versteckt irgendwo einen moralischen Teil.

Titellied zum Mitträllern (Original gesungen von Erika):Wo die Bäche silbern sind/ und Gräser schaukeln sanft im Wind./ Wo alles still und friedlich ist,/ wo Bäume steh’n im satten Grün und leuchtend bunte Blumen blüh’n./ wo jeder frei und glücklich ist,/ Dort lebt Tao Tao,/ unser Tao Tao,/ Kleiner Pandabär pass auf!/ Pass gut auf dich und deine Freunde auf!“

Im Fernsehen: Zwischen 1984 und 1986 wurden 52 Folgen dieser Zeichentrickserie im ZDF erstausgestrahlt. Wiederholungen folgten erst wieder 1991, 1995 und 1999, dann auch im KI.KA. Seit 1999 läuft sie aber auch in Dauerschleife im Pay-TV.

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Donnerstag, 13. August 2009

Hart aber herzlich

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 5. Folge

„Das ist mein Boss, Jonathan Hart, ein Selfmade-Millionär, der hat Nerven! … Das ist Mrs. Hart, eine traumhafte Frau, einfach toll! … Ach übrigens, ich heiße Max, ich kümmere mich um die beiden, aber das ist gar nicht so einfach, denn ihr Hobby ist mörderisch!“

Wow, bei diesem Einleitungstext und der nachfolgenden Titelmelodie läuft es mir heute noch, wie damals Ende 1983, kalt den Rücken runter und es stellen sich mir die Nackenhaare auf. Hart aber herzlich (OT: Hart to hart) war die erste Fernsehserie für Erwachsene, die ich mit ansehen durfte. Ich war damals 6½ Jahre, und eigentlich noch viel zu jung dafür. Aber meine Eltern bekamen das überhaupt nicht mit, denn sie sangen in einem Chor und sie hatten dienstags (oder war es mittwochs) Probe, immer dann wenn Jonathan, Jennifer und Max im Regionalprogramm des SFB ihre spektakulären Kriminalfälle lösten, die ich zusammen mit meiner Schwester schaute. Einige Jahre später sendete die Serie auch der Bayerische Rundfunk in seinem ARD-Regionalfenster Bayernstudio, wo ich einige Folgen in den Sommerferien, die ich immer bei meinen Großeltern in Karl-Marx-Stadt verbrachte, noch einmal schauen konnte.

Besonders eingebrannt haben sich bei mir die Episoden, in der Jennifer und Jonathan Hart einen verborgenen Raum in ihrem Haus entdeckten, wie sie von Doppelgängern ersetzt wurden, damit man sie töten kann oder wie man versuchte sie mittels manipulierten Pralinen zu vergiften. Inzwischen habe ich mir die erste Staffel auf DVD gekauft, die es mal für einen Zehner bei einem Elektronik-Discounter gab.

Inhalt: Das Millionärs-Pärchen Jonathan (Robert Wagner) und Jennifer Hart (Stefanie Powers) geraten immer wieder in Kriminalfälle. Bei der Spurensuche werden sie von ihrem Butler Max (Lionel Stander) und ihrem Hündchen Friedwart unterstützt.

Wissenswertes: Friedwart, der Hund der Harts, trägt eigentlich einen anderen Namen. Er lautet Freeway, benannt nach dem Autoschnellweg, wo sie ihn gefunden hatten.

Die Harts fahren Mercedes, was sonst?! Während Jonathan schon mal den beigen W123 Kombi (einen 300TD) fuhr, bevorzugte Jennifer den gelben offenen 450SL. Sie hatten aber auch einen offenen silbernen Bentley, mit denen Max die Harts chauffierte.

Der Pilotfilm zur Serie ist bisher noch nie im deutschen Fernsehen gezeigt worden. Da er demnach auch nie synchronisiert worden ist, wurde er auf DVD nur in der Originalfassung veröffentlicht. Zum besseren Verständnis wurden deutsche Untertitel hinzugefügt. Die Sequenz des Vorpanns, in der Jonathan und Jennifer auf der Straße nebeneinander her fahren, stammt daraus. Jonathan fährt dort einen roten Ferrari Dino.

Im Fernsehen: Stolze 90 Folgen der Harts konnte man ab Oktober 1983 bis Mai 1990 in den Regionalprogrammen der ARD sehen. Seit den 1990er-Jahren werden die fünf von 1979 bis 1984 entstandenen Staffeln regelmäßig auf privaten Fernsehsendern (1990–1995 und 1998 Pro7, 1996 SAT.1, 1997 Vox, 1997–2005 kabel eins, 2007–2009 Das Vierte) wiederholt. Pro7 steuerte zu Beginn der 1990er-Jahre sogar noch 20 neue Folgen bei, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen dem deutschen Zuschauer wieder einmal vorenthalten wollte.

Synchronisation: Robert Wagner wurde, wie meistens üblich, von Joachim Kerzel gesprochen. Joseline Gassen sprach Mrs. Hart. Max-Sprecher Arnold Marquis war einmal zu Gast im Regionalprogramm des SFB und wurde dort in der Werbeunterbrechung von Hart aber herzlich bezüglich seiner Sprecherrolle interviewt. Zu einem kurzen Ausschnitt machte er auch eine Sprechprobe.

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!

Sonntag, 9. August 2009

Unsere kleine Farm

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 4. Folge

Nach unserem Umzug nach Berlin, der Hauptstadt der DDR, konnten wir nun endlich auch Westfernsehen ohne rauschen und knacksen empfangen. Der Sendersuchlauf, beziehungsweise die Suche an so einem Drehrädchen, ergab folgende Treffer, die der Klassenfeind zu uns in die Zone herüberstrahlte: ARD mit SFB-Vorabendprogramm, ZDF und N3 sowie die Programme TV5 und AFN (ohne Ton) von den Besatzungsmächten. Komischerweise kann ich mich nicht erinnern, dass wir einen sowjetischen Fernsehsender empfangen hätten.

Als erste Bilder habe ich die ZDF-Nachrichtensendung heute und die US-Westernserie Unsere kleine Farm (OT: Little House on the Prairie) im Hinterkopf. Ab Oktober 1983 wurde sie sonntags um 16:45 Uhr im Ersten Deutschen Fernsehen (kurz ARD) gezeigt. Besonders berührt hatte mich damals die Erblindung der ältesten Tochter Mary und wie jeder andere auch fand ich Nellie Olsen, die Tochter Besitzers des einzigen Ladens des Ortes, einfach nur schrecklich.

Spätere Wiederholungen (1986 im Ferienprogramm der ARD oder 1988 im Bayerischen Fernsehen), beziehungsweise neue Folgen (ab 1989 auf SAT.1 und ab 1994 auf Pro7) wurden auch ab und an angeschaut.

Inhalt: Es ist die Geschichte der Familie Ingalls, die um 1870 in das kleine Örtchen Wallnut Grove zieht. Dort bewirtschaften sie eine Farm und lernen die Bewohner, wie die Olesons, denen der örtliche Gemischtwarenladen gehört, und die Edwards kennen. Man sieht nicht nur, wie die Kinder Laura (Melissa Gilbert), Mary (Melissa Sue Anderson), Carrie (Lindsay und Sidney Greenbush) und später auch Grace von Charles (Michael Landon) und Caroline (Karen Grassle) allmählich erwachsen werden und schließlich auch heiraten und Kinder bekommen, sondern auch die anderen menschlichen Schicksale der Nachbarn Isaiah (Victor French) und Grace Edwards oder von Nels (Richard Bull) und Harriet Oleson (Katherine MacGregor).

Wissenswertes: Die Serie basiert auf eine achtteilige Romanvorlage von Laura Ingalls Wilder, (1867–1957) die darin ihre Kindheitserinnerungen niederschrieb. Sie lebte natürlich auch in Walnut Grove, war Lehrerin und heiratete ihren Almazo Wilder. Das erste Buch wurde 1932 veröffentlicht, 40 Jahre später fiel es Ed Friendly in die Hände. Er wandte sich an Michael Landon, der gerade die Westernserie Bonanza beendet hatte, um den Stoff zu verfilmen.

Unsere kleine Farm wurde von 1974 bis 1983 (neun Staffeln) produziert. Die neunte und letzte Staffel handelt nur noch von Laura und Almanzo und hieß in den Staaten Little House: A New Beginning, der Einfachheit halber beließ man es in Deutschland beim gewohnten Namen. Im Jahr 2005 erschien eine dreiteilige Mini-Serie gleichen Namens, die die Geschichte noch einmal von vorn erzählte.

Die Westernserie Vater Murphy (OT: Father Murphy; 1981–1983) ist ein Spin-Off der kleinen Farm. Michael Landon war Produzent dieser 35-teiligen Fernsehserie und Merlin Olsen, der in der kleinen Farm einen Freund von Charles Ingalls spielte, war der Hauptdarsteller. Hin und wieder tauchten Farm-Darsteller in kleineren Rollen auf.

Victor French war ab 1984 wieder zusammen mit Michael Landon in der Fernsehserie Ein Engel auf Erden zu sehen. Näheres dazu später.

Im Fernsehen: Die ARD sendete zwischen 1976 und 1985 eine Auswahl von 85 der 210-teiligen Serie. SAT.1 zeigte später 75 weitere und Pro7 noch die restlichen Folgen. Auf kabel eins wurde sie mehrfach komplett wiederholt.

Synchronisation: Für mich ist die ARD-Synchronversion mit Randolf Kronberg auf Michael Landon die einzig Wahre, denn mit dieser bin in groß geworden. Auch die Stimmen von Karen Grassle, Melissa Gilbert und Katherine MacGregor passten wie die Faust auf’s Auge. Die Pro7-Fassung aus Hamburg finde ich eigentlich so ziemlich schrecklich.

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!

Donnerstag, 6. August 2009

Die Märchenbraut

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 3. Folge

Diese Serie sendete das DDR-Fernsehen meines Wissens nach Mitte 1983 ebenso samstags 19:00 Uhr. Ich erinnerte mich noch Jahre später an den Zauberer Rumburak, an Fantomas, den fliegenden Koffer, den Zaubermantel und den zwei Wunschringen.

Etwa ab der Hälfte der Serie konnte ich dann auch mit meinen Schulkameraden über das Gesehene diskutieren und vor allem nachspielen, denn seit September 1983 war ich ABC-Schütze. Als die Serie im DDR-Fernsehen auslief, war ich bereits Jungpionier und hatte ein blaues Halstuch. Die Gebote der Jungpioniere, die jeder möglichst einzuhalten hatte, standen auf meinem neuen Pionierausweis.

Inhalt: Katastrophe im Märchenreich!!! Arabella, Königstochter (Jana Nagyová), verliebt sich in den sterblichen Sohn eines Märchenerzählers, Peter Meyer (Vladimír Dlouhy). Das will sich der böse Zauberer Rumburak (Jirí Lábus) zu Nutze machen und plant in diesem Zuge die Fantasie zu vernichten, in dem er den Vater Peters überredet falsche Märchen zu erzählen. Märchenkönig Hyazinth (Vlastimil Brodsky) lässt das natürlich nicht auf sich sitzen.

Wissenswertes: Im DDR-Fernsehen trug diese Serie den Titel Die schöne Arabella und der Zauberer, was an den Originaltitel Arabela angelehnt ist. Das tschechoslowakische Fernsehen drehte 13 Folgen, die dort 1980 erstmals gesendet wurden.

In den Jahren 1984 und 1993 entstanden die Spin-Off-Serien Der Zauberrabe Rumburak und Die Rückkehr der Märchenbraut.

Im Fernsehen: Die ARD zeigte Die Märchenbraut bereits eineinhalb Jahre zuvor, und zwar ab 4. Oktober 1981 immer sonntags. Bis vier Tage vor Weihnachten waren die 13 Folgen versendet. In der DDR flimmerte Arabella ab 30. Juli 1983 über die Bildschirme. Mehrere Wiederholungen folgten auf den Dritten Programmen. Nocheinmal richtig habe ich dann diese Serie ab 25. August 1985 gesehen, als die ARD die 13 Halbstünder wiederholte. Bis heute vergeht eigentlich kein Jahr, in der Die Märchenbraut auf den Dritten nicht wiederholt wird. Ab 1997 leiert sie auch der Kinderkanal sporadisch ab.

Synchronisation: Für das westdeutsche Fernsehen gab die ARD der Bavaria den Auftrag, die Serie einzudeutschen. Arabella wurde von Susanne Uhlen gesprochen, Rumburak von Tommy Piper (ein paar Jahre später lieh er dem Außerirdischen ALF die Stimme), Wolfgang Hess (eher Bud-Spencer-Stammsprecher) sprach Herrn Meyer. Ob es auch eine DEFA-Synchronfassung für das DDR-Fernsehen gibt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!

Sonntag, 2. August 2009

Spuk im Hochhaus

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 2. Folge

Ende 1982 zog unsere Familie von Karl-Marx-Stadt nach Berlin, der damaligen Haupstadt der DDR. Wir bezogen eine unrenovierte, so gerade eben erst errichtete Neubauwohnung in einem sechsgeschossigen Plattenbau. Wir wohnten also an Weihnachten 1982 in und an einer Baustelle. Vor dem Haus gab es noch keine Gehwege oder Parkplätze und ein Elfgeschosser wurde auch gerade erst errichtet, was ich von meinem Kinderzimmer aus gern beobachtete.

Im Haus lernte man auch schnell die Nachbarn kennen, die etwa alle im Alter meiner Eltern waren und schließlich auch Kinder hatten. Meine ältere Schwester freundete sich mit einem Mädchen an, dass zwei Etagen unter uns wohnte. Ich durfte auch ein Mal dieses Mädchen mit besuchen und dort schauten wir zusammen Spuk im Hochhaus. Zuhause wieder angekommen probierte ich natürlich sofort aus, ob ich auch durch die Wand laufen könne, wenn ich drei Mal mit der Faust gegen die Tapete klopfte.

Inhalt: Das Wirtspaar Jette und August Diebelschmidt wurde für seine diebischen Taten vor 200 Jahren verflucht. Zur Ruhe sollten sie erst kommen, wenn sie sieben gute Taten vollbracht haben. In einem Berliner Neubauhochhaus, das an der Stelle errichtet wurde, wo einst ihr Wirtshaus stand, sollten die zwei Geister nun ihren Fluch einlösen.

Wisenswertes: Die Autoren C. U. Wiesner und Günther Meyer schrieben auch die Drehbücher zu Spuk unterm Risenrad und Spuk von draußen. Spuk im Hochhaus ist die zweite Serie dieser Spuk-Reihe. In den 1990er-Jahren gab es noch drei weitere Spuk-Serien, die ebenfalls diesen beiden zuzuschreiben sind.

Im Fernsehen: Am 25. Dezember 1982 wurde erstmals die erste Folge der siebenteiligen Serie im ersten Programm des DDR-Fernsehens gezeigt. Wiederholungen folgten dort 1987 und 1990, aber auch auf RTLplus (ebenso 1990). Ab 1993 wird die Serie mehr oder weniger regelmäßig in der ARD, auf den Dritten Programmen und auf dem KI.KA ausgestrahlt.

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!

Donnerstag, 30. Juli 2009

Sie kam aus dem All

Serien aus meiner Kinder- und Jugendzeit, 1. Folge

An die erste Fernsehserie, an die ich mich überhaupt erinnern kann, ist diese tschechoslowakische Kinderserie mit Science-Fiction-Charakter, die 1978 in 13 Teilen entstand. Ich muss sie Mitte 1982 im DDR-Fernsehen auf unserem alten Schwarz-/Weiß-Fernseher in unserer kleinen, aber feinen Altbau-Dreizimmer-Wohnung in Karl-Marx-Stadt gesehen haben, als ich fünf Jahre alt war. Zu dieser Zeit müsste sie samstags gegen 19:00 Uhr, im Anschluss an die Gute-Nacht-Geschichte des Sandmännchens, gezeigt worden sein. Gleich danach wurde ich immer zum Matratzen-Horchdienst abkommandiert.

Inhalt: Das Mädchen Majka kommt vom Planeten Gurun und will das Leben auf der Erde erforschen. Sie kann fliegen, über Wasser laufen und Dinge duplizieren. Majka muss sich immer mal wieder aufladen und das tut sie mit Hilfe von Stabilisatoren, die in einer Waldlichtung versteckt sind. Bei ihrer Erforschungsmission lernt sie die Kinder Karol und Slavo kennen, die später einmal Kosmonauten werden wollen. Als auch die Leute aus der Stadt das Mädchen kennenlernen, wird sie zu einer lokalen Berühmtheit. Natürlich zieht sie auch geldgierige Gangster an, die sie entführen wollen.

Wissenswertes: Der Originaltitel lautet Spadla z oblakov. Die Vorlage Spadla z nebe, nach der diese Fernsehserie entstand, schrieb Václav Pavel Borovicka bereits elf Jahre vor Drehbeginn. Aus seiner Feder stammt auch die Fernsehserie Pipo schafft alle, die im westdeutschen Fernsehen Ferien mit Silvo hieß.

Im Fernsehen: Erstmals im deutschen Fernsehen wurde Sie kam aus dem All vom 3. Juli bis 25. September 1982 im ersten Programm des Fernsehens der DDR gezeigt. Wiederholungen folgten ab 1983 auch auf den westdeutschen Dritten Programmen, sowie auf dem KI.KA und auch auf dem Nachfolgern des DDR-Fernsehens, dem MDR und dem ORB (dem heutigen RBB).

Achtung: Es ist nicht von mir beabsichtig, Raubkopien von der oben aufgeführten Fernsehserie anzubieten oder zu verbreiten! Anfragen zu Kopien auf Datenträgern jeglicher Art, wie VHS-Video, DVD oder ähnlichem, werden nicht beantwortet!